Deponia

Müll oder Kunst?

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Seite 2: Fazit
Spätestens seit Disneys Wall-E sind uns Mülldeponien sympathischer geworden und mit Deponia haben sie es jetzt scheinbar vollends ins Rampenlicht geschafft. Das neue Adventure von Daedalic Entertainment ist ein gelungenes Spiel geworden und überzeugt mit einer tollen Story inklusive einer lustigen Verwechslung.


Der Held des Spiels heißt Rufus und lebt in der weltumspannenden Müllkippe „Deponia“. Als Zeitgenosse ist er eher nicht geeignet. Schlecht gelaunt und besserwisserisch zeigt er sich schon im Tutorial des Spiels. In dieser Welt ist es normal in den riesen Müllbergen zu wohnen und genau daraus will Rufus verschwinden. Seine Zeit sieht er als gekommen als plötzlich, wie aus heiterem Himmel, die wunderschöne Goal in einen der Müllberge fällt. Goal kommt aus einer der Städte, die über den Mülldeponien schweben. Die Chance witternd will Rufus sie nun also zurück bringen und als Finderlohn ein Leben in Reichtum einstreichen. So beginnt das Verwechslungsspiel, denn zufälligerweise ist Rufus das exakte Ebenbild von Goals Ehemann…


Aus dieser vermüllten Welt will Rufus fliehen - verständlich, oder?


Erstaunlich in Deponia ist, dass man trotz der Witze und nun wirklich nicht ernst gemeinten Handlung fast schon einen Funken Sozialkritik durchschimmern sieht. Die Oberschicht fliegt über den Wolken in riesigen Städten, während sich die Unterschicht durch den Dreck kämpft. So könnte das Ganze auch eine rissige Kritik sein. Die Müllbeseitigung ist auch in unserer Welt ein riesen Thema, wenn man sich zum Beispiel die Endlager-Frage anschaut. Und eben aus dieser dreckigen, dunklen Welt will Rufus fliehen.

Der sympathische Grießgram
Wie es sich für ein Abenteuer gehört ist Rufus ein echter Antiheld. Und genau das macht ihn sympathisch! Im ganzen Spiel regt er sich auf und meint er könnte alles schneller und besser. Nicht besonders nett ist er zum Beispiel auch zu seinem Sidekick Wenzel. Der darf sich von Anfang an anhören, dass er die ewige Nummer zwei bleiben wird. Was für eine Rolle er genau spielen wird klärt sich allerdings noch im späteren Spielverlauf. Denn in Deponia ist nicht immer alles Gold, was glänzt. An der Geschichte um den verschrobenen Held, eine gespaltene Gesellschaft und seiner schönen Begleitung kann man circa zehn Stunden spielen und in diesen Einiges erleben.

2D und stolz drauf
Im einundzwanzigsten Jahrhundert schreit alles nach 3D, HD und allem was man aus dem PC noch raus holen könnte. Und genau deshalb ist Deponia ein Spiel mit Nostalgiewert. In dieser 2D-Welt passt einfach alles zusammen. Dass mit Daedalic Entertainment die echten Profis an der Entwicklung sitzen konnte man schon an den Vorgängern Harveys Neue Augen und The Whispered World sehen. Deponia erinnert einen an die ganzen alten Serien al la „Simpsons“ oder „Futurama“. Wie bei allen Titeln der Spieleschmiede sind die Hintergründe und Figuren durchweg handgezeichnet und fantastisch animiert.


Grafisch kann sich Deponia auf jeden Fall sehen lassen.


Und so stimmig die Grafik ist: Auch der Sound passt zum Spiel wie die Faust aufs Auge. Die sarkastischen Sprechertexte passen zudem perfekt und sorgen für ein wunderbares Adventureflair. Mit Kommentaren, in denen sich Rufus selbst über die Deponien aufregt, erkennt man wie sehr sich der Held des Abenteuers nach einer anderen Welt sehnt. Die Unterhaltungen zwischen den Charakteren und auch Rufus Unterhaltungen mit sich selbst sind trotz schlechter Laune mit einem Augenzwinkern zu sehen.

In einem Adventure geht es allerdings nicht nur um den tollen Sound, die Grafik oder die Spieldauer. Es geht natürlich auch um die passenden Kopfnüsse in Rätselform. So kann sich die Spielzeit auch gerne mal auf 20 Stunden verlängern, eben so lang wie man braucht um die ganzen Rätsel zu knacken. Die Rätsel passen sehr gut in die Geschichte und wirken damit kaum aufgesetzt. Sollten sie mal zu schwer sein, hilft einem das Spiel mit Hinweisen weiter, die allerdings ab und an Fragen offen lassen und manchmal ganz und gar nicht hilfreich sind.


Im Verlauf des Abenteuers trefft ihr auf viele, ausgefallene Charaktere.


Das Ende… oder doch nicht?
Das am Ende des Spiels noch viele Fragen offen bleiben ist kein Wunder, denn bereits jetzt steht fest, dass dem ersten Teil gleich zwei weitere Folgen werden. Chaos auf Deponia - Teil zwei der Trilogie - wird noch im September dieses Jahres erscheinen und nicht nur eine bloße Erweiterung des ersten Teils sein. Angekündigt wurde eine komplett in sich abgeschlossene Geschichte, die sich lediglich nach dem ersten Teil abspielt. Damit heißt es also gespannt bleiben was die nächsten zwei Teile bringen werden. Wir können es kaum erwarten, Rufus weitere Reise zu verfolgen.

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